Montag, 17. Juni 2024

 

Das kompetente Kind

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Vor einem Jahrhundert erkannte die italienische Ärztin und Pädagogin Maria Montessori die prägende Kraft aller frühkindlichen Erlebnisse für die Entwicklung eines Menschen. Seitdem haben wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder bestätigt: Erfahrungen in den ersten Jahren sind entscheidend für die emotionale Stabilität des Kindes und dem späteren Erwachsenen.

In den ersten Jahren seines Lebens lernt der Mensch kontinuierlich und nachhaltig - und all dies mit einer Leichtigkeit.  Kinder, die von freundlichen und verständnisvollen Erwachsenen begleitet werden, welche ihnen mit Liebe, Achtung und Wertschätzung begegnen, gewinnen  emotionale Sicherheit, die sie für ihre ganzheitliche Entwicklung brauchen. Diese Grundhaltung des Erwachsenen ermöglicht dem Kind, sich aufmerksam, konzentriert und neugierig auf seine Umwelt einzulassen, sich Wissen anzueignen und so zu einem selbständigen, (selbst-tätigen) selbstbewussten Erwachsenen zu werden.

Erfahrungen, bedingungslos - genauso wie man IST - angenommen, geachtet und geliebt zu werden, sind maßgeblich prägend für das Selbstvertrauen und Voraussetzung für das Vertrauen in die Welt. Zuversichtliche Kinder, die sich ihrer eigenen Kompetenzen und Talente bewusst sind, zeigen Interesse an ihrer Umgebung, sie haben Lust und  Mut diese zu entdecken.

„Kinder sind anders“, das hatte M. Montessori schon vor 100 Jahren erkannt:
d.h. Kinder denken anders und nehmen anders wahr als Erwachsene, lernen also auch auf ihre Weise. Es sind die Kinder, die unsere Aufmerksamkeit verdienen, sie sind es, die uns durch ihr Verhalten zeigen, was sie brauchen und was sie wissen wollen. Kinder sind eigene, ernst zu nehmende Personen, die einen großen Reichtum an Kompetenzen in sich tragen und nur den geeigneten Rahmen
brauchen, um aus sich selbst heraus diese Potentiale zu entwickeln. In der entsprechend vorbereiteten Umgebung und mit dem geeigneten Material lernt das Kind aus eigenem Antrieb, mit Lust und Freude.pixabay_id013_1.jpg

„Von der Hand in den Kopf“ - auch dies ist ein Grundgedanke der Montessori -Pädagogik. Nur das, was ein Kind im wahrsten Sinne des Wortes ergreifen kann, wird sich dem Kind als ein BEGREIFEN einprägen. Auf dieser Grundlage entwickelte Frau Montessori ihr pädagogisches Material. Jedes Kind hat seinen individuellen Entwicklungsstand, seine eigenen Interessen und Kompetenzen.

Das Montessori Prinzip gibt jedem Kind die Möglichkeit zu seiner Zeit und in seinem eigenen Tempo Bildung zu gestalten, um so Einsichten in vielfältige Bereiche zu gewinnen. Der Erwachsene erweist sich als zurückhaltender, aufmerksamer Beobachter, er wird zum helfenden Begleiter, wenn es notwendig ist.


Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 11. Januar 2024 )